Eine Bewerbung mehr schreiben, was macht das schon?

Einen himmelweiten Unterschied!

Rückblende. Mitte des Jahres 2018 habe ich mich auf das High Potentials Crossing Borders Projekt an der Hochschule Niederrhein beworben. In den Entzügen meines Studiums war ich ohnehin dabei, meine Fühler in verschiedene Richtungen auszustrecken und da hat dieses Projekt eben keine Ausnahme gebildet. Wie ahnungslos ich damals gewesen bin, was dieses Projekt alles für mich verändern würde.

Sprachaffin, in einer Grenzregion lebend und mit einem Bein in der Arbeitswelt habe ich mir einfach gedacht, dass jedwede Erfahrung, die ich aus diesem Projekt mitnehme ein tolles Learning wäre. Gefreut habe ich mich natürlich trotzdem, als ich – zusammen mit 80 anderen Studierenden von insgesamt 4 Hochschulen – für das Assessmentcenter ausgewählt worden bin. Mit der Zusage zur besagten Auswahlphase ist durchaus auch eine anstrengende Zeit gestartet. Ein Crash-Kurs in Niederländisch, bzw. Deutsch, sowie 2 sehr intensive Arbeitswochen in den Niederlanden und Deutschland lagen vor uns 80. Europaworkshop, gemeinsames Kochen, Teamwork mit Unbekannten, Führungskompetenzen unter Druck und Improvisationstalent sind nur einige der geforderten Kompetenzen. Jeder Tag war spannend, aufregend aber auch fordernd. Das i-Tüpfelchen unserer Anstrengungen? Die Aussicht auf ein spannendes Mentoring für fast ein Jahr!

E9D024EF 6130 4B87 AFD0 04611BCBF49AAls sich die Spreu vom Weizen trennte, war ich eine der Glücklichen, für die so ein Mentoring angedacht worden ist. Für mich war das eine Gelegenheit, mich mit konkreten Wünschen und Zielen für meine Zukunft auseinander zu setzen. Wo wollte ich beruflich Fuß fassen? Was konnte ich gut und woran konnte ich noch feilen? Und letztlich war mir auch wichtig, dass ich mit jemanden würde zusammenarbeiten dürfen, den ich unbedarft „Löcher in den Bauch fragen“ und von seiner/ ihrer beruflichen Expertise und Lebensweisheit profitieren konnte.

Und so wurde ich Chris Ketelaars zugeteilt. Er ist Steuerberater und 58 Jahre alt. Vor allem aber, ist er ein Mensch, der das Wort Charisma neu definiert. Immer ein Lächeln um die Augen, eine angenehme Stimme, ein fester Händedruck. Für mich eine absolute Spitzenbesetzung, für den eher lebensphilosophischen Ansatz, welchen ich als Stützpfeiler für meine Mentoringphase ausgesucht hatte. Obwohl Chris nicht weiter von meinem Studiengang entfernt sein könnte, hat ihn seine Ausstrahlung und Fähigkeit Kontakte zu knüpfen dennoch seine ganze Karriere lang begleitet. Neben seinen beruflichen Tätigkeiten in den Niederlanden aber auch Deutschland, engagiert sich Chris auch beispiellos für wohltätige Zwecke und ist natürlich auch eine Privatperson mit Familie. All das balanciert er aber mühelos aus. Bei unserem ersten Gespräch eröffnete er mir, dass er nicht daran denkt mit 66 (dem gesetzlichen Mindesteintrittsalter) in Rente zu gehen, sondern hofft seinen Beruf weiterhin – zumindest in etwas abgespeckter Version ausüben zu können. Dieses Leuchten in den Augen ist etwas, was ich für absolut erstrebenswert halte.

Unsere Treffen sind ein buntes Potpourri aus Networking Veranstaltungen, eher privaten Besprechungen und Meetings mit diversen Kontakten. Natürlich bleiben wir auch zwischen den Treffen in Verbindung. Ein regelmäßiges Update per Email oder Telefon – nicht nur für Chris sondern auch für Kontakte mit denen er mich in Verbindung gebracht hat sind selbstverständlich und werden von mir eigeninitiativ verfasst. Außerdem versuche ich ihm im Gegenzug für seine Kontakte, Ratschläge, offene Ohren und die Sicht und den Input einer jungen Frau auf verschiedene seiner Projekte zu geben.

Was die Zukunft bringt? Für Chris kann ich mir gute eine Tätigkeit als Dozent vorstellen, für mich steht der Jobeinstieg unmittelbar bevor. Letztendlich bin ich mir sicher, dass Chris einen entscheidenden Beitrag zu meinem Karrierebeginn geleistet hat. Er hat mir geholfen, mich selbst besser kennen zulernen, weiterzuentwickeln und schlussendlich auch nicht „unter Wert“ zu verkaufen.